Schützenhalle

 

Bau, Erweiterung und Erhalt der Schützenhalle

Die Schützenhalle ist seit ihrem Bau im Besitz der St. Johannes Schützenbruderschaft Deifeld. Der Bau und der Unterhalt der Halle ist für den Verein nie einfach gewesen und erforderte seit jeher ein großes finanzielles und ehrenamtliches Engagement der Mitglieder. Nachfolgend sind einige Stationen des Baus, der Erweiterung und der Erhaltung der Schützenhalle näher dargestellt. Weitere bauliche Maßnahmen werden im Anschluss stichpunktartig und chronologisch sortiert dargestellt.

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Am 12 September im Jahr 1909 hatte der Vorstand des Kriegervereins die Mitglieder zu einer außerordentlichen Versammlung eingeladen. Einziger Tagesordnungspunkt war der geplante Kauf des Grundstückes für das Kriegerzelt von der Gemeinde Deifeld. Die Versammlung beschloß einstimmig, das Grundstück zum Preis von 350 Mark zu erwerben. Man wählte in einer weiteren Versammlung am 24. Oktober 1909 eine Kommission für den Bau des sogenannten Kriegerzeltes.

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Im Jahr 1910 galten die Aktivitäten des Kriegervereins also nun ausschließlich dem Bau der Schützenhalle, welche im Volksmund Kriegerzelt genannt wurde. Die Vereinsmitglieder trafen sich zu einer Versammlung am 27. Februar 1910, die durch Aushang in den Wirtschaften bekannt gemacht worden war. In dieser Versammlung ging es ausschließlich um die Finanzierung des Baues vom Kriegerzelt, welches noch vor der Feier am 18. und 19. Juni fertiggestellt werden sollte. Der alte Kriegsveteran und Oberst Johann Hankeln hatte es nicht leicht, einen für alle akzeptablen Beschluß zur Finanzierung herbeizuführen.
Man beschloss mehrheitlich, dass die Mitglieder entweder eine Bürgschaft von einer Kasse bzw. eine Aktie erbringen mußten, oder aber einen Barbetrag in Höhe von 50 Mark zu leisten hatten. Da in dieser wichtigen Versammlung nicht alle Mitglieder des Kriegervereins anwesend waren, beschloss man, dass am Sonntag, dem 6. März eine weitere außerordentliche Versammlung zu diesem Thema stattfinden sollte. Diese Versammlung wurde durch Ausschellen bekannt gemacht.
In der Versammlung vom 6. März wurde beschlossen, dass die Vereinsmitglieder Johann Hehse, Wilhelm Völlmecke, Theodor Imöhl, Johann Hankeln sen., Anton Wagener, Josef Welticke, Johann Oberreuter, Theodor Becker und Wilhelm Meschede den Betrag von 2.000 Mark für den Zeltbau beschaffen sollten.
Die übrigen Vereinsmitglieder sollten mit ihrem Vermögen für diesen Betrag bürgen.
Die von der Firma Schmiedeler veranschlagten 2.400 Mark für den Zeltbau wurden erheblich überschritten, denn es wurden noch im Jahr 1910 weitere 600 Mark und im Juli 1911 nochmals 200 Mark an Schmiedeler bezahlt.
Während der Bauzeit des Zeltes war Johann Hesse sen. der Hauptmann des Kriegervereins. Er war der unermüdliche und stetige Antreiber bei diesem für das kleine Dorf Deifeld gewalteigem Unterfangen.
Erst im Jahr 1913 konnte der Gemeinde Deifeld das Grundstück mit Hilfe der Einnahmen aus dem Kriegerfest bezahlt werden.

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Bis zum Schützenfest im Jahr 1952 wurde eine neue Eingangstür für das Schützenzelt angeschafft und eine neue Musikbühne angebaut. Die Arbeiten wurden unentgeltlich von den Mitgliedern der Bruderschaft ausgeführt. Der amtierende König, Johann der II (Völlmecke) stiftete dem Verein einen Königstisch, der am Schützenfestsamstag abends unter den Klängen der Musik (Musikstück: Ich schieß\' den Hirsch) eingeweiht und dem Schützenverein übergeben wurde.

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Am 17 Januar 1965 wurde einstimmig beschlossen die Küche der Schützenhalle auszubauen. Der Vorstand wurde beauftragt, einen Kostenvoranschlag einzuholen und Gespräche mit dem Bauamt in Brilon zu führen. Dieses wurde auch schnell verwirklicht, denn die Schützenbrüder trafen sich bereits am 31. Januar zu einer weiteren Versammlung, die sich ausschließlich mit dem Küchenausbau befaßte. Joh. Hesse trug als Bauunternehmer einen Kostenvoranschlag für das gesamte Mauerwerk der Küche in der Größe 11 x 7 Meter in Höhe von 4.595,00 DM vor. Es wurde beschlossen, daß jedes Mitglied eine Spende in Höhe von 50,00 DM zu erbringen habe bzw. daß die Spende auch durch Arbeitseinsätze abgegolten werden kann, wobei ein Stundenlohn von 3,00 DM angerechnet werden sollte. Joh. Hesse stundete dem Schützenverein die Kosten für den Küchenausbau für 3 Jahre.

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Am 17. Januar 1976 fand die Generalversammlung im Gasthof Oberreuter statt. Die 57 anwesenden Schützenbrüder beschlossen, vor dem Schützenfest einen Anbau der Schützenhalle zur Hauptstraße hin fertigzustellen. Pläne und Baugenehmigung sollte der Vorstand einholen. Die Baukosten wurden auf 25.000,00 DM geschätzt, wobei ein städtischer Zuschuß von 6.000,00 DM zugesagt worden war.
Mit dieser Regelung waren wohl nicht alle Schützenbrüder einverstanden, denn im Jahr 1976 waren 2 Austritte aus dem Verein, bedingt durch vorgenannten Beschluss, zu verzeichnen.
Rechtzeitig vor dem Schützenfest im Juli wurde der Anbau der Schützenhalle fertiggestellt. Insgesamt wurden unter der Bauaufsicht von Hauptmann Johannes Hesse 654 Arbeitsstunden geleistet. Im Zuge des Anbaues wurden auch die Damentoiletten neu gebaut. Neben Maurern des Baugeschäfts Hesse waren insbesondere folgende Schützenbrüder als unermüdliche Helfer beim Anbau zu verzeichnen:
Schreinerarbeiten: Erich Frese sen. und Johannes Figgen (Schäpes)
Klempnerarbeiten: Meinolf Mayer
Malerarbeiten: Wilfried Frese
Maurerarbeiten: Franz Rzepa, Johannes Hesse (Berges) und Wolfgang Hesse

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In der Generalversammlung am 16. Januar 1993 wurde einstimmig beschlossen, dass alle Schützenbrüder einen Sonderbeitrag in Höhe von 100,- DM für den Ausbau der Schützenhalle zahlen sollen. Als Baumaßnahmen an der Schützenhalle wurden festgelegt, dass im Frühjahr ein Vorbau als Windfang an der Eingangstür errichtet werden soll, und dass für den geplanten Dachausbau Angebote von sechs verschiedenen Firmen von Architekt Boos eingeholt werden sollen. Es wurde ein Bauausschuss gewählt, dem die Schützenbrüder Hubertus Lange, Johannes Figgen, Karl-Heinz Figgen, Franz Boos, Erich Frese und Bernhard Welticke jun. angehörten. Dieser Bauausschuss sollte sich mit den Angeboten bezüglich des Dachausbaus befassen. Ein endgültiger Beschluss zum Dachausbau sollte in einer außerordentlichen Generalversammlung gefasst werden.

Am 9. Mai 1993 begrüßte Hauptmann Welticke 36 anwesende Schützenbrüder zur außerordentlichen Generalversammlung im Gasthof Becker. Der Haupttagesordnungspunkt befaßte sich mit dem Dachausbau der Schützenhalle. Zunächst wurde beschlossen, den Dachausbau komplett in Angriff zu nehmen, da die alte Dacheindeckung kostengünstig entsorgt werden könne. Zur Debatte standen zwei Vorschläge zur neuen Dacheindeckung.

  1. Die Eindeckung mit einer starken Bretterschicht mit Nut und Feder, sowie einer Beschlagung mit Dachpappe.
  2. Die Anbringung einer Isolierschicht unter die vorhandene Dacheindeckung.

Nach längerer Diskussion entschied man sich einstimmig für den ersten Vorschlag. Ferner sollten in den Giebel zwei Entlüftungsventilatoren eingebaut werden.
Abschließend ist zum Jahr 1993 zu erwähnen, dass der Vorbau der Schützenhalle und der Dachausbau fertiggestellt wurden.

 

Weitere Baumaßnahmen an der Schützenhalle in chronologischer Reihenfolge

1955 Der \"Kuckuck\" der Schützenhalle wird neu gedeckt.
1956 Verlegen einer Wasserleitung in der Schützenhalle.
1958 Bau der Sanitäranlagen, gestiftet vom damaligen Jagdpächter Klingebiehl.
1967 Erneuerung des Eingangs der Schützenhalle, ausgeführt durch Erich Frese aus Wissinghausen.
1968 Fertigstellung der Kellergaragen und Bau der Theke. Die Gesamtkosten der Baumaßnahmen betrugen die, für die damalige Zeit stolze Summe von 4.635,86 DM!
1970 Es wurde beschlossen, dass ab sofort Jahr für Jahr Geld für die Schützenhalle investiert werden soll, um diese ganz neu instand zu setzen.
1971 Neubau der Musikbühne.
1971 Verkleidung der beiden Giebelseiten mit Spanplatten bzw. Profilbrettern.
1973 Der Königstisch erhält ein Podest.
1974 Ausbesserung des Kugelfangs, Renovierung der Toiletten und Anschaffung von Dachrinnen. Verkleidung der Küchendecke, Einbau eines Ventilators zur Entlüftung der Schützenhalle.
1975 Die Schützenhalle bekam eine Außenputz.
1977 Ausbau der Kellerräume, u.a. durch den Bau eines neuen Speiseraums. Außerdem wurde die rechte Eingangsseite zur Schützenhalle massiv ausgemauert. Beide Maßnahmen wurden 1978 fertiggestellt.
1979 Toiletten- und Dachausbau.
1984 Bau eines neuen Kugelfanges und Verschönerung der Giebelwand in Richtung Wissinghausen.
1986 Ausbau der hinteren Hallenseite in Richtung \"Hanneplantes\" und Installation neuer Leuchten in der Schützenhalle.
1987 Installation einer neuen Lautsprecheranlage und Bepflanzung der Außenanlagen.
1988 Ausbau der Außenanlagen. Diese Baumaßnahme dauerte bis in das Jahr 1989 an.
1989/1990 Neubau der Thekenanlagen.
1991

Das Podest des alten Königstisches wird abgerissen, um Platz für die Verlängerung der Theke zu schaffen. Dadurch wurde es auch nötig, den Giebel in Richtung Wissinghausen von innen auszubauen. Weiterhin wurde die Decke im Küchenraum erneuert und alle Fenster der Schützenhalle gestrichen.

2008

 Renovierung des Speisesaals

2011

Installation einer Photovoltaikanlage

2013 Neugestaltung der Süd-Wand und Thekenanlage, incl. Neubau einer Außentreppe